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Becoming Porous

On Water PARCOURS with Spreepark Art Space

6.6.2026

Spreepark Art Space, Eierhäuschen im Spreepark, Kiehnwerder Allee 2, 12437 Berlin


Wie können wir zusammen mit dem Wasser lernen?
Wie fühlt sich eine symbiotische Lebensweise mit Wasser an?

In Kooperation mit dem Spreepark Art Space lädt der „On Water PARCOURS“ dazu ein, Wasser als verbindendes Element zwischen Körpern, Landschaften, Infrastrukturen und Wissensformen zu erleben. Ausgehend vom Konzept des Hydrofeminismus, geprägt von Astrida Neimanis, wird Wasser nicht als Ressource verstanden, sondern als Medium von Beziehungen – durchlässig, zirkulierend und existenziell für menschliches wie nicht-menschliches Leben. Hydrofeminismus begreift Körper nicht als abgeschlossene Einheiten, sondern als poröse Systeme in ständigem Austausch mit ihrer Umwelt. Wasser durchdringt Zellen, Böden, Infrastrukturen und Ökosysteme und verbindet dabei Innen und Außen, Menschliches und Mehr-als-Menschliches.

Am Ufer der Spree, im ehemaligen Vergnügungspark und rund um den Spreepark Art Space im Eierhäuschen, werden diese Verbindungen unmittelbar erfahrbar. Zugleich wird sichtbar, wie verletzlich urbane Wassersysteme sind – geprägt von Klimawandel, Versiegelung, Regulierung und Eingriffen wie der Mühlendammschleuse. Wasser wird hier nicht nur als ökologisches System, sondern auch als soziale, politische und kulturelle Lebensgrundlage sichtbar.

Als Teil der BUA-Veranstaltungsreihe „On Water PARCOURS“ und der internationalen Residency “Urban Streams” bringt das Programm Berliner Wasserforschung, internationale künstlerische Positionen und die Stadtgesellschaft in einen gemeinsamen Austausch. Forschende der Berlin University Alliance, Künstler:innen der Urban-Streams-Residency und weitere Gäste erkunden gemeinsam, wie Wissen über Wasser nicht nur wissenschaftlich vermittelt, sondern künstlerisch erforscht, körperlich wahrgenommen und kollektiv geteilt werden kann.

In einem ganztägigen Programm wird Wasserwissen zu einer unmittelbaren, gemeinsamen Erfahrung, die Künstler:innen, Wissenschaftler:innen und Öffentlichkeit miteinander verbindet und in einen Dialog – auch mit dem Wasser selbst – bringt. Dabei werden Formen des kollaborativen Lernens und des Wissensaustauschs jenseits rein diskursiver Ansätze erprobt. Durch Wahrnehmung, Bewegung und Zuhören – einschließlich der Klänge der Spree – wird dieses Wissen sinnlich erfahrbar.

Das  Programm eröffnet mit der neuen interaktiven Konzertperformance “PEACES SO FAR” von FrauVonDa, die die Oder als Grenzfluss, Erinnerungsraum und Ort der Möglichkeiten erforscht. In einem Format namens „senSONICtalk©”, das Kunst, Wissenschaft und Diskurs miteinander verbindet, zeichnet die Performance die vielschichtigen Geschichten des Flusses als Lebensraum, politischen Schauplatz sowie Ort von Konflikt und Verbindung nach.

Anschließend geben die Künstler*innen der Urban Streams Residenz in einem Artist Talk Einblicke in ihre Arbeit. Im Fokus stehen dabei ihre Forschungsprozesse zu urbanen Gewässern sowie die Projekte, die im Rahmen des ganztägigen Open Studios zu sehen sind. Das Gespräch dient als diskursiver Dialog über die Schnittstelle von Ökologie, Stadtraum und Kunst.

In der partizipativen Gesprächsrunde „Methods of Care for Rivers“ diskutieren Forschende und Künstler:innen gemeinsam mit dem Publikum über alternative Forschungspraktiken des „Sorge-Tragens für Wasser“ durch Zuhören, Erzählen, Kartieren und Schwimmen als sensorische Methoden der Wissensproduktion. Mit dabei sind Laura Betancur Alarcón (HU Berlin), die zu hydrosozialen Beziehungen und kollektivem Süßwasserwissen forscht, Kate Donovan, die zu Amphibious Listening und den Klangwelten der Spree forscht, Anna Neuhaus (TU Berlin), die Mapping als Methode mehr-als-menschlicher Landschaftsforschung reflektiert, sowie Isabel Bredenbröker, die im Rahmen der Ausstellung „On Water“ im Humboldt Labor Schwimmen und Klang als wasserbezogene Forschungsmethoden untersucht. Über eine digitale Plattform wird das Publikum aktiv in die Diskussion eingebunden.

Begleitend zu den diskursiven Sessions im historischen Tanzhalle des Spreepark Art Space entfaltet sich im Innen- und Außenbereich ein vielfältiges Programm aus Workshops, Führungen, Klangarbeiten, Installationen und familienorientierten Formaten. Es lädt dazu ein, Wasser mit allen Sinnen zu erforschen – hörend, zeichnend, forschend und im gemeinsamen Austausch.

So können sich die Teilnehmenden im partizipativen Mapping-Workshop von Anna Neuhaus (TU Berlin) über Wahrnehmung, Spurensammlung, Lesen und Zeichnen auf die feuchten Prozesse der Landschaften des Spreeparks einstimmen und sich mit dem Unbekannten, Fragilen und Fragmentarischen auseinandersetzen.

Weitere Programmpunkte im Außenbereich sind der Familienworkshop „LuckyLachs Parcours für Kinder (und Erwachsene dürfen mitmachen)“ von Léon Gross und Jakob Kukula vom Symbiotic Lab,  der Rundgang über die Spreepark-Baustelle „Gesammelte Regentropfen auf wilder Fahrt durch den Spreepark“ mit Jana Engel und Heidrun Bäumker, sowie der hydrofeministische Spaziergang mit Sarah Wenzinger. 

Neben den Arbeiten der Urban-Streams-Künstler:innen Marie-Louise Jones, Karel Kopliments, Hele Okkonen und Fionn Timmins begegnet das Publikum einer ortsspezifischen audiovisuellen Installation von FrauVonDa, einem Livestream der Spree von Kate Donovan, einer Klangarbeit von Isabel Bredenbröker gemeinsam mit Kirsty Wissing sowie einer interaktiven Arbeit von Anna Kubelik.

Den Ausklang des Tages bildet ein gemeinsames Get-together mit Getränken und Fingerfood ab 18 Uhr.

Das Programm findet in englischer und deutscher Sprache statt.

Hinweis zur Anreise von 13:30-20:00 Uhr wegen Berlin Triathlon rund um Eierhäuschen und Plänterwald:
Kommen Sie von 13:30-20:00 Uhr am besten mit der S-Bahn: S Treptower Park, S8, S9, S85, S41/42, Fußweg ca. 35 min durch den Treptower Park an der Spree entlang oder S Plänterwald, S8, S9, S85, Fußweg ca. 20 min durch den Plänterwald. Oder mit dem Fahrrad – Abstellmöglichkeiten gibt es direkt vor Ort. Anreise per Bus Linie 265 über Neue Krugallee / Dammweg in diesem Zeitraum nicht möglich. 

Mehr Informationen zu den Strecken und Sperrungen unter https://www.berlin-triathlon.de/Service/Anwohnerinfos/

 


Programm im historischen Tanzsaal des Spreepark Art Space (Eierhäuschen)

Wir bitten um Anmeldung für die einzelnen Programmpunkte über diesen Link!

13:00–13:10 | Begrüßung

13:15–14:15 | FrauVonDa – PEACES SO FAR

Sprache: Deutsch mit englischen Anteilen

PEACES SO FAR ist eine interaktive Konzertperformance von FrauVonDa, die die Oder als Grenzfluss, Erinnerungsraum und Ort der Möglichkeiten erforscht. In der Verbindung von Kunst, Wissenschaft und Diskurs zeichnet die Performance die vielschichtigen Geschichten des Flusses als Lebensraum, politischen Schauplatz sowie Ort von Konflikt und Verbindung nach.

Entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei bringt das Projekt tschechische, deutsche und polnische Künstler:innen, Biolog:innen, Historiker:innen und Philosoph:innen zusammen, um über Krieg, Ökologie und Versöhnung nachzudenken. Durch Konzert, Dialog und kollektive Reflexion lädt “PEACES SO FAR” dazu ein, den Fluss nicht als Grenze, sondern als fragile Lebensader und verbindende Kraft neu zu denken.

 

14:45–16:15 | Artist Talk: Urban Streams Residents

Sprache: Englisch

Die internationalen Künstler*innen der Urban Streams Residenz geben vertiefende Einblicke in ihre künstlerische Praxis. Im Zentrum steht der Austausch über ihre Forschungsprozesse zum Thema urbane Gewässer sowie ein begleitendes Gespräch zu den Arbeiten, die im Rahmen des Open Studios präsentiert werden. Ein diskursiver Dialog über die Schnittstelle von Ökologie, Stadtraum und Kunst. 

 

16:30–18:00 | Methods of Care for Rivers – Partizipatives Publikumsgespräch

Sprache: Englisch

Diese moderierte Gesprächsrunde widmet sich alternativen Forschungspraktiken von Künstler:innen und Wissenschaftler:innen. Im Mittelpunkt stehen sensorische Methoden des „Sorge-Tragens für Wasser“ – durch gemeinsames Kartieren, Zuhören, Erzählen und Schwimmen. Über eine digitale Plattform wird das Publikum aktiv in das Gespräch eingebunden. Mit:

Laura Betancur Alarcón (HU Berlin) – Narrating

„Bridging scientific knowledge with community expertise – An interdisciplinary approach for freshwater“

Ihre Forschung untersucht hydrosoziale Beziehen, ländliche Lebensweisen und soziale Ungleichheiten im Spannungsfeld von Klimaextremen, Biodiversitätsverlust, Energieinfrastrukturen und bewaffneten Konflikten. Sie verbindet Ansätze aus Humangeographie, Nachhaltigkeitswissenschaft und Umweltanthropologie.

Kate Donovan – Listening

„Amphibious Listening / Flows of Water & Electromagnetism“

Ausgehend vom Begriff amphibious – ein Leben zwischen verschiedenen Welten – erforscht Kate Donovan das Unterwasserhören in der Spree als Möglichkeit, in aquatische Lebenswelten einzutauchen. Über Live-Radioübertragung entsteht ein kollektives Hörerlebnis, das Wasser und Elektromagnetismus als diffuse, geteilte und ständig in Bewegung befindliche Kräfte erfahrbar macht.

Anna Neuhaus (TU Berlin) – Mapping

„Notice, Weave, Repeat – Re-representing Spreepark’s Patchy Wetness Collectively“

Aus der Perspektive von Urban Design und Landschaftsarchitektur forscht Anna Neuhaus zu Kartierungen, die mehr-als-menschliche Beziehungen und Landschaftsentwicklungen sichtbar machen. In ihrem Beitrag reflektiert sie Mapping als Forschungsmethode und teilt die Ergebnisse des zuvor stattfindenden Workshops.

Isabel Bredenbröker – Swimming

„Swimming and sound as water research methodologies“

Isabel Bredenbröker erforscht Schwimmpraktiken als Methode, um soziale und moralische Zuschreibungen gegenüber menschlichen Körpern und Gewässern zu verstehen. Gemeinsam mit Dr. Kirsty Wissing entwickelte sie die Klangarbeit Imagining Underwater Futures, die Wassererfahrungen aus Deutschland und Australien miteinander verbindet.

 

18:00 – 19:00 |  Get-together

 Den Ausklang des Tages bildet ein gemeinsames Get-together mit Getränken und Fingerfood. 

 


Workshops & Führungen (Innen- und Außenbereich)

14:15-17:00 LuckyLachs Parcours mit Léon Gross & Jakob Kukula

Sprache: Deutsch

Früher schwammen Lachse durch die Spree – bis Staudämme und Wehre ihnen den Weg versperrten. In diesem Mitmach-Workshop gestaltest du schillernde Fischschuppen, wirst Teil eines Lachsschwarms und durchquerst einen Parcours vom Fluss bis ins Meer und zurück. Unterwegs lauern Fressfeinde und menschengemachte Hindernisse. Schaffst du es zurück in deinen Heimatfluss? Schlüpfe in die Schuppen eines Wanderfisches – und erlebe, wie sich die Welt aus seiner Perspektive anfühlt.

Ein zweiteiliger Parcours für Kinder und Erwachsene:

14:15-15:15 Teil 1 | Drinnen
Gemeinsames Gestalten von Fischschuppen.

Ab 15:15 Teil 2 | Draußen
Bewegungs- und Entdeckungsparcours (ein Durchlauf des Parcours dauert ca. 20 min.).

 

14:30-16:30 Anna Neuhaus – Notice, Weave, Repeat  – Re-representing Spreepark’s Patchy Wetness Collectively

Teilnehmende: 15–20 Personen

Sprache: English (with some German)

Anna Neuhaus, an urban designer with a background in landscape architecture, researches and experiments with mappings that explore more-than-human connections and landscape becomings.

In the workshop, we will tune into the wet processes of Spreepark’s landscapes.

We will sense, collect traces, read, and draw — engaging with the unknown, the fragile, and the patchy. All forms of contribution — amateur and skilled alike — are welcome and valued, shaping a situated and pluralistic mapping process.

Together, we may be surprised by the richness and density of watery connections, from the smallest micro-relations to expansive, large-scale entanglements.

In diesem Mapping-Workshop erkunden die Teilnehmenden die feuchten Prozesse der Landschaften des Spreeparks. Durch Wahrnehmen, Spurensammeln, Lesen und Zeichnen entstehen kollektive Kartierungen mehr-als-menschlicher Beziehungen.

Alle Formen der Beteiligung – unabhängig von Erfahrung oder Vorkenntnissen – sind willkommen.

 

14:30-15:45 und 16:00-17:15 Jana Engel und Heidrun Bäumker – Rundgang über die Baustelle des Spreeparks

„Gesammelte Regentropfen auf wilder Fahrt durch den Spreepark“

Teilnehmende: max. 15 Personen

Der zukünftige Spreepark bekommt ein nachhaltiges Regen- und Grundwassermanagement – aber was bedeutet das eigentlich? Auf dieser Führung folgen wir Regentropfen auf ihrer wilden Reise durch den Park: von der Wildwasserbahn „Grand Canyon” mit einem Blick in die Geschichte des Parks bis hin zu den Sammel-, Speicher- und Bewässerungssystemen der Zukunft. Jana Engel, Künstlerin, und Heidrun Bäumker, aus dem Grün Berlin Planungsteam des Spreeparks, vermitteln im Dialog, wie Wasser im Park gedacht, gelenkt und genutzt wird.

 

17:00-18:00 | Fluide Identitäten und queere Ökologien – Hydrofeministischer Spaziergang mit Sarah Wenzinger

Sprache: deutsche Lautsprache, spontane Übersetzung ins Englische ist möglich

Das Gewässer, die Wasserader, der Fluss ist keine binäre Person, kein festes Objekt, nicht nur Teil der Landschaft, sondern fließt in uns und um uns. Das aquatische Netzwerk, die Strömung, der Flusslauf trägt Erinnerungen, fließt über Grenzen und widersetzt sich festen Kategorien von Besitz, Identität und Kontrolle. Wasser ist eine Form fluiden Wissens, von der wir lernen können, die Welt um uns herum anders zu verstehen. Auf diesem Spaziergang werden wir mit dem Fluss zusammen gängige Ordnungssysteme in Frage stellen und über künstlerische Impulse äußere und innere Vorstellungen von Identität aufzuweichen und sedimentieren und mit der Spree in Verbindung bringen.

 


Künstlerische Begegnungen / Artistic Encounters

Open Studio: Urban Streams

Einblick in die künstlerischen Prozesse, Werke und Installationen der Urban Streams Residenzkünstler*innen Fionn Timmins, Hele Okkonen, Karel Koplimets und Marie-Louise Jones. Ort: Eierhäuschen, 1. OG

FrauVonDa: PEACES SO FAR

Ortsspezifische Sound- und Videoinstallation.
 Ort: neben dem Café-Eingang.

Kate Donovan: Amphibious Listening / Flows of Water & Electromagnetis

Live-Audioübertragung von der Spree, die das Publikum in Echtzeit in die akustischen Welten des Flusses eintauchen lässt.

Isabel Bredenbröker mit Dr. Kirsty Wissing: Imagining Underwater Futures

Klanginstallation (ca. 15 Minuten) für Kopfhörer. Die Arbeit verbindet Wassererfahrungen aus Deutschland und Australien zu einer gemeinsamen akustischen Zukunftsvision.
Ort: bei der Anmeldung.

Anna Kubelik: (In)Finite // UNESCO

Skulpturale Arbeit, die zum Abschluss der Gesprächsrunde aktiviert wird und den Übergang in das gemeinsame Get-together begleitet.